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Das "Graveyard-Paradoxon": Warum die meisten Entnahmestrategien zu konservativ sind. Blog#267

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Wer sich an der klassischen Finanzliteratur orientiert, stößt schnell auf die Angst, dass im Alter das Geld ausgeht. Als Antwort darauf entstand in den 1990er-Jahren die bekannte 4-Prozent-Regel von William Bengen: Sie besagt, dass man im ersten Ruhestandsjahr 4 % des Depots entnimmt und diesen Betrag danach jährlich nur um die Inflation anpasst, damit das Geld mindestens 30 Jahre reicht. Obwohl sie auf soliden historischen Daten basiert und Krisenfestigkeit beweist, ist jede fixe Regel letztlich zu simpel. In der Realität führt dieses starre Sicherheitsdenken meist nur zu einer massiven, ungewollten Konsumzurückhaltung. Empirische Daten der US-Finanzökonomen David Blanchett und Michael Finke (basierend auf der renommierten Langzeitstudie Health and Retirement Study) zeigen ein paradoxes Bild: Aus Sorge vor dem Vermögensverzehr entnehmen Ruheständler real oft nur 1,9 % bis 2,5 % ihres Kapitals pro Jahr. Das Resultat: Am Lebensende besitzen sie ein größeres Vermögen als zu Beginn des Ru...